Franz Schreker (1878 - 1934)
| Entführung Zieh mit mir, geliebtes Kind, In die Wälder ferner Kunde Und behalt als Angebind Nur mein Lied in deinem Munde. Baden wir im sanften Blau Der mit Duft umhüllten Grenzen: Werden unsre Leiber glänzen, Klarer scheinen als wie Tau. In der Luft so silberfein Fäden uns zu Schleiern spinnen. Auf dem Rasen bleichen Linnen, zart wie Schnee und Sternenschein. Unter Bäumen um den See Schweben wir vereint uns freuend, Sachte singend Blumen streuend: Weiße Nelken, weißen Klee. Stefan George |
![]() Umsonst An dich verschwendet hat mein Herz sein bestes Gut und Blut, sein Träumen, Lachen und Weinen, sein Zagen und seinen Mut. Und du, du gehst und blickst vorbei, du stolze Königin. Du weißt und willst es nicht wissen, wie ganz verarmt ich bin! Wie bettelarm, und bettelstolz ich meine Straße zieh'; ein Bettler bin ich geworden, doch betteln werd‘ ich nie! Paul Heyse |


